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Preiskalkulator
   
   
 
   
   

Preiskalkulation für Selbstständige

02.04.2012 14:00 von Bender Jennifer

Als selbstständiger Übersetzer, der für seinen Lebensunterhalt in etwa genauso viel verdienen möchte wie ein festangestellter Übersetzer, reicht es nicht aus, dasselbe Bruttogehalt einzunehmen. Denn zusätzlich zu diesen direkten Lohnkosten fallen für Freiberufler die indirekten Lohnkosten an, die der Arbeitgeber für seinen Angestellten erstattet. Dazu gehören die Sozialversicherungsbeiträge (Kranken-, Arbeitslosen-, Renten- und Pflegeversicherung), die den Arbeitgeber zusätzlich ca. 20% des Bruttogehalts kosten. Mit einkalkulieren müssen Sie außerdem die nicht bezahlten Urlaubs-, Feier-, Krankheits- und Wochenendtage.

Ein sehr wichtiger Punkt sind demnach Versicherungen. Während berufliche Versicherungen gerade im ersten Jahr noch relativ günstig sind, ist die Krankenversicherung für Selbstständige sehr teuer. In der Berufshaftpflichtversicherung ist oft auch eine private Familienhaftpflicht mit eingeschlossen, und der Rechtsschutz ist in der Vermögensschaden- und der Berufshaftpflicht inbegriffen. Des Weiteren ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu empfehlen, die Sie so hoch wählen sollten, dass Ihre Grundbedürfnisse im Fall der Fälle gesichert sind, Sie Ihre fixen Kosten sowie Lebenshaltungskosten also abdecken können. Außerdem sind Sie als Selbstständiger allein für Ihre Altersvorsorge verantwortlich und sollten sich dahingehend ausführlich beraten lassen.

Weitere laufende Kosten sind z. B. Beiträge für Verbandsmitgliedschaften, Telefonrechnungen, Wartungskosten für Geräte, Bürobedarf etc.

Ebenfalls mit einzubeziehen sind die Anschaffungskosten. Neben einem PC oder Laptop mit den aktuellen Textverarbeitungs-, Tabellenkalkulations- und Präsentationsprogrammen gehört zum technischen Equipment ein guter Drucker, Festnetz- und Mobiltelefon, eine schnelle Internetverbindung sowie Translation-Memory-System(e) und Terminologiedatenbank. Ein Faxgerät können Sie sich gegebenenfalls sparen, wenn Sie Faxe über Ihren PC senden und empfangen können. Bedenken Sie, dass die Lebensdauer aller technischen Geräte bei Dauerbetrieb 3-4 Jahre beträgt, und Sie die Software alle paar Jahre aktualisieren müssen. Neben den technischen Geräten gehören zur Büroausstattung eines Übersetzers außerdem umfangreiche allgemeinsprachliche Wörterbücher sowie, je nach Spezialisierung, Fachwörterbücher.

Gerade im Jahr der Geschäftsgründung ist es unerlässlich, einen Steuerberater zu Rate zu ziehen. Bedenken Sie, dass auch diese Beratungskosten zu Ihrer Kalkulation hinzugerechnet werden müssen.

Abgesehen von diesen „offensichtlichen“ Kosten müssen Sie auch bedenken, dass Sie Zeit zur Akquise, für Auftragsverhandlungen, zur Auftragsabwicklung und Rechnungserstellung, Einarbeitung in neue Fachgebiete, Kundenbesuche etc. benötigen, für die Sie nicht bezahlt werden.

Ein kleiner Lichtblick nach dieser langen Auflistung ist vielleicht, dass Sie als Freiberufler all diese Kosten von der Steuer absetzen können.

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