Ungarisch
Ungarisch ist die offizielle Staatssprache von Ungarn und Amtssprache in der EU. In Teilen Serbiens und Sloweniens ist Ungarisch offizielle Amtssprache und anerkannte Minderheitensprache in der Slowakei, Kroatien, Rumänien und in Österreich. Weiter gehört es zu der uralischen Sprachfamilie und wird der finnougrischen Untergliederung zugeordnet. Ca. 15 Millionen Menschen, vorwiegend im mitteleuropäischen Raum, sprechen Ungarisch.
Ursprung könnte die Sprache in Westsibirien und bei zwei indigenen Völkern haben. Allerdings gibt es dazu vielfältige Ideen und Theorien. Sie beziehen sich meist auf die Sprachverwandtschaft mit anderen Völkern, sind allerdings alle nicht ausreichend belegt. Der ungarische Wortschatz weist Parallelen zu der deutschen, der lateinischen, der italienischen und der slawischen Sprache sowie den Turksprachen auf. Im Gegenzug dazu hatte die ungarische Sprache Einfluss auf viele andere Sprachen in Europa. Der bisher älteste gefundene Text in ungarischer Sprache verfasst, stammt aus dem 13. Jahrhundert. Erste Inschriften, mit ungarischen Runen geschrieben, sollen aus dem 9. Jahrhundert stammen. Der deutsche Einfluss hat 1699 mit der Herrschaft der Habsburger in Ungarn, Einzug in die ungarische Sprache gehalten. Die Verbreitung von Ungarisch ist auf den "Ersten Weltkrieg" und den "Vertrag von Trianon" und dem "Ungarischen Volksaufstand" von 1956 zurückzuführen. In dieser Zeit wurden viele Ungarn aus ihrem Heimatland vertrieben und haben sich auf die Nachbarstaaten und Grenzgebiete Ungarns verteilt. Auch in den USA gibt es noch heute kleine ungarische Gemeinden.
Das ungarische Schriftbild ist in lateinischem Alphabet verfasst und besteht aus 44 Buchstaben. Die Besonderheit der ungarischen Sprache ist die Vielfalt an Höflichkeitsformen. Allerdings ist sie auch für eine andere Vielfalt bekannt. Die Vielfalt an Schimpfwörtern, die wie Füllwörter benutzt werden, um einer Aussage besonderen Nachdruck zu verleihen.