Die Phonetik

Die Phonetik ist der Teilbereich der Sprachwissenschaft, der sich mit den akustischen Eigenschaften der artikulierten Laute (= Phone) und den physiologischen Bedingungen ihrer Bildung und Wahrnehmung beschäftigt. Man unterscheidet zwischen der artikulatorischen, der akustischen und der auditiven Phonetik. Die artikulatorische Phonetik befasst sich mit der Erzeugung, bzw. Hervorbringung, der Sprachlaute mittels des so genannten Sprachapparates, also der Sprechwerkzeuge. Die akustische Phonetik untersucht hingegen mit speziellen Messgeräten die akustischen Vorgänge bei der Übertragung der Schallwellen, wie die Dauer, die Frequenz und die Intensität der Sprachlaute. Die auditive Phonetik beschäftigt sich mit den Wahrnehmungsprozessen von Sprachlauten im Gehör. Im Folgenden wird die artikulatorische Phonetik näher erläutert.

Die Sprachlaute lassen sich in die zwei Gruppen der Vokale und der Konsonanten aufteilen. Um die Vokale untereinander zu unterscheiden gibt es vier Kriterien zur Klassifizierung: Der erste Faktor ist die Artikulationsstelle im Mundraum, wodurch sich vordere und hintere Vokale unterscheiden lassen. Das zweite Kriterium bildet der Öffnungsgrad. In den meisten Sprachen der Welt herrschen offene, halboffene, halbgeschlossene und geschlossene Vokale vor. In manchen Sprachen gibt es allerdings noch weitere Öffnungsgrade. Ein weiteres Merkmal ist die Rundung der Vokale. Man unterscheidet gespreizte und gerundete Vokale. Im Deutschen wäre ein gespreizter Vokal zum Beispiel das e, ein gerundeter Vokal das ö. Das letzte Kriterium bildet die Nasalierung. Im französischen Wort „en“ zum Beispiel ist der Vokal e nasaliert.

Zur Klassifizierung der Konsonanten gibt es zwei Faktoren: Dies ist zum Einen die[nbsp] Artikulationsart. Im Deutschen lassen sich hier die Reibelaute, bzw. Frikative wie [w, f], (die durch Engebildung entstehen,) die Verschlusslaute, bzw. Okklusive wie [b, p, k], (die durch das kurzzeitige Blockieren des Luftstroms entstehen,) die Nasale wie [n, m], (bei denen der Luftstrom nur durch die Nase geleitet wird,) die Liquide, die sich in Laterale wie [l] und Vibranten wie [r] aufteilen lassen, und der Hauchlaut [h] unterscheiden.

Der zweite Faktor ist der Artikulationsort. Dies ist die Stelle im Mundraum, an der der Sprachlaut gebildet wird. Im Deutschen lassen sich hier die bilabialen Laute wie [b, p], die labiodentalen Laute wie [f, w, v], die alveolaren Laute wie [n, d], die palato-alveolaren Laute wie [sch], die palatalen Laute wie [ ], die velaren Laute wie [g, k], die uvularen Laute wie [r] und die glottalen Laute wie [h] unterscheiden.

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