Klarer Ton in Videokonferenzen: Arbeitserleichterung für Dolmetscher

Seit 2019 hat sich in vielen Unternehmen, aber auch im Privatleben, die Anzahl an Videokonferenzen vervielfacht. Dabei läuft aber – immer noch – lange nicht alles einwandfrei. Störgeräusche, fehlende Bilder oder ein falsch angeschlossenes Mikrofon sorgen oft dafür, dass es bei Meetings zu Problemen kommt. Mal sind sie nur ermüdend, in anderen Fällen verhindern diese technischen Störungen schlicht die Kommunikation. Besonders erschwert wird so die Arbeit von Dolmetschern. Es gibt aber einige Tipps, mit denen Sie für eine gute Tonqualität sorgen und so die Online-Veranstaltung für alle angenehmer machen.

Was ist Remote Interpreting?

Remote Interpreting oder auch Ferndolmetschen wird immer dann angewandt, wenn der Dolmetscher per Video oder Telefon zugeschaltet ist. Das funktioniert auch dann, wenn sich alle Teilnehmer in einer Videokonferenz, beispielsweise bei Zoom, befinden.

Häufig haben sich Dolmetscher, die auch das Ferndolmetschen anbieten, entsprechend weitergebildet und wissen, mit welchen Problemen und Schwierigkeiten sie bei dieser Art von Auftrag zu rechnen haben. Angenehmer ist es aber natürlich, wenn sie sich voll und ganz auf ihre eigentliche Tätigkeit – das Dolmetschen – konzentrieren können. Mit einem guten Ton bleibt üblicherweise auch die Laune der Teilnehmer einer Videokonferenz besser – die Konferenzen sind nämlich schneller vorbei, wenn lästige Nachfragen und langwieriges Umstöpseln ausfallen.

Typische Tonprobleme in Online-Meetings

Klassische Probleme in Video- oder Telefonkonferenzen sind die Umgebungsgeräusche. Straßenlärm, weil die Fenster geöffnet oder schlecht isoliert sind, aber auch Kinder- und Haustiergeräusche schleichen sich immer mal in die Meetings ein. Das kann nett sein und auflockern, aber ab einem gewissen Geräuschpegel eben auch die Verständigung beeinträchtigen.

Auch ein „zu wenig“ an Umgebung ist problematisch: Kahle Räume führen zu ungewollten Echos. Sie sollten also durchaus Möbel im Raum oder Bilder an den Wänden haben. Notfalls helfen auch Decken oder Vorhänge, um den Ton etwas zu dämmen.

Teils kommt aber auch der Ton durch das verwendete Mikrofon nicht optimal zum Gesprächspartner: Die integrierten Mikrofone vom Smartphone oder Laptop sind mittlerweile zwar recht gut, ersetzen aber keine hochwertigen Headsets mit Noise-Cancelling-Technologie

Häufige Tonausfälle entstehen auch durch eine schlechte Verbindungsqualität. Mal fällt das W-LAN aus, mal bewegen sich die Gesprächsteilnehmer im Verkehr – und durch die Tunnelwände schafft es kein Signal.

Tonqualität verbessern: 6 einfache Tipps

Den Ton in Online-Meetings können Sie durch wenige, einfache Tipps selbst zum Positiven beeinflussen. Meist ist kein teures Spezial-Equipment notwendig, damit Sie gut verstanden werden und auch Ihre Gesprächspartner besser verstehen können.

Mit diesen einfachen Hinweisen gelingen Gespräche auch in unterschiedlichen Sprachen, wenn Konferenzdolmetscher hinzugezogen werden.

  1. Umgebungsgeräusche minimieren: Lüften Sie vor der Konferenz und schließen Sie währenddessen das Fenster und die Türen. Legen Sie Ihr Smartphone ein Stück weg, um Störsignale zu vermeiden.
  2. Mikrofon ausschalten, wenn man nicht spricht: So hören die Teilnehmer die Umgebungsgeräusche, das Tippen beim Mitschreiben oder Schluckgeräusche beim Trinken nicht und können sich voll und ganz auf die Person konzentrieren, die gerade redet.
  3. Headset nutzen: Mit einem (guten) Headset arbeiten, statt die integrierten Mikrofone und Lautsprecher von Smartphone oder Laptop zu nutzen.
  4. Mikrofon richtig ausrichten: Das Mikrofon sollte in Mundnähe sein, wenn Sie sprechen – aber nicht so nah, dass Sie permanent hineinatmen und -pusten. Runde Mikrofone nehmen den Ton oft aus unterschiedlichen Richtungen auf – nierenförmige nur aus einer.
  5. Normal sprechen: Sie sind in einer Telefonkonferenz und nicht auf eisigen Bergen zwischen Wind und Schnee. Es ist weder besonders lautes noch deutliches Sprechen erforderlich; die aktuelle Technik ist darauf ausgerichtet, den Ton auch bei normaler Lautstärke optimal einzufangen. Gerade bei besonders deutlicher Artikulation können zudem einige Laute verzerrt werden und sorgen nochmals für schlechtere Qualität.
  6. Verbindung prüfen: Schaffen Sie – wann immer möglich – eine optimale Arbeitsumgebung mit einem LAN-Kabel statt W-LAN und einem festen Arbeitsplatz statt einem Meeting aus der Eisdiele oder dem Auto heraus. So sollten zumindest durch die Internetverbindung keine Tonprobleme entstehen.

Mit diesen kleinen Veränderungen helfen Sie dem Dolmetscher dabei, besser arbeiten zu können. Und auch dann, wenn kein Sprachmittler im Online-Meeting ist, können Sie so dafür sorgen, dass Konferenzen schneller und reibungsloser ablaufen. Das sorgt für bessere Laune, erfolgreichere (Verkaufs-)Gespräche und mehr Zeit für andere Aufgaben – weniger „Was?“, mehr „Das!“.

 

Quelle:

Verband der Konferenzdolmetscher: https://vkd.bdue.de/fuer-auftraggeber/remote-interpreting/fuer-eine-gute-tonqualitaet-beim-ferndolmetschen

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