Wortschätze lohnt es, zu entdecken

Wissen Sie, wie man die meist mit Plastik ummantelten Enden von Schnürsenkeln nennt? Oder die länglichen Gegenstände, mit denen man im Supermarkt auf dem Kassenband seine Einkäufe von denen des Vordermannes abtrennt? Selbst wenn Sie es nicht wissen, ist das nicht weiter schlimm. Die deutsche Sprache verzeichnet nämlich mehrere Hunderttausend Wörter – es ist also völlig normal, nicht alle zu kennen.

Wie viele Wörter genau eine Sprache hat, lässt sich schwer sagen. Die Duden-Redaktion geht von etwa 300.000 bis 500.000 in der deutschen Sprache aus. Diese doch recht große Spanne liegt unter anderem daran, dass ständig neue Wörter und Wortzusammensetzungen hinzukommen. Gerade diese Zusammensetzungen sind typisch für die deutsche Sprache: So wird beispielsweise aus einem Stab, den man zum Trennen von Waren an der Supermarktkasse benötigt, ein „Warentrennstab“ – also ein neues Wort, das aus drei Wörtern zusammengesetzt wird. Übrigens kann dieser Gegenstand unter anderem auch einfach als „Warentrenner“ oder sogar „Kundentrenner“ bezeichnet werden.

Mit seinen zahlreichen Zusammensetzungen hat das Deutsche zwar einen recht umfangreichen Wortschatz, ist aber nicht die umfangreichste Sprache der Welt. Gelegentlich werden das Arabische oder das Chinesische in diesem Zusammenhang genannt, doch der Spitzenreiter ist in der Tat das Englische: Je nach Zählung spricht man hier von bis zu einer Million Wörtern.

Dass das Englische so viele Wörter hat, liegt eigentlich auf der Hand: Da es in zahlreichen Ländern und Kulturkreisen gesprochen wird, kommen ständig keine Bezeichnungen für Spezifika des entsprechenden Raumes dazu. Außerdem ist das Englische grundsätzlich offen für Entlehnungen aus anderen Sprachen – während im Französischen beispielsweise sehr viel Wert auf tatsächlich französische Begriffe gelegt wird.

Von den Hunderttausenden von Begriffen im Deutschen benutzt ein Muttersprachler übrigens aktiv um die 14.000. Dies schwankt von Person zu Person, beispielsweise in Abhängigkeit vom Bildungsgrad. Verstanden werden um die 50.000. Es gibt sogar Theorien, die davon ausgehen, dass sich das Gros der Alltagsgespräche bereits mit weit weniger Wörtern abdecken lässt. Es ist also gar nicht notwendig, zu wissen, dass die Plastikenden eines Schnürsenkels als „Nadeln“ bezeichnet werden. Denn solcherlei Fachsprache gehört nicht zu jedermanns Alltag.

Quelle/Weiterführende Informationen:

http://www.duden.de/sprachwissen/podcast/wie-viele-worter-hat-die-deutsche-sprache

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