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Sprachenvielfalt in der Frankophonie

Sprachenvielfalt Frankophonie

Französisch spricht man in Frankreich. Aber nicht nur dort – und nicht nur innerhalb Europas –  denn auf der Welt gibt es zahlreiche Länder und Regionen, in denen Französisch gesprochen wird. 300 Millionen Sprecher zählte das Französisch 2018 geschätzt, (Quelle: Francophonie.org) davon etwa 77 Millionen Muttersprachler. Neben Europa ist die französische Sprache besonders in Afrika präsent, aber auch in der Karibik, in Nordamerika und Asien ist Französisch eine gebräuchliche Sprache und Muttersprache viele Menschen. Aufgrund der Sprachenvielfalt in der Frankophonie reicht das „Schulfranzösisch“ allerdings nicht aus, um sich in all diesen Regionen problemlos zu unterhalten.

Denn neben Frankreich in Europa umfasst das französische Staatsgebiet auch Raum in anderen Teilen der Welt, genannt „La France d’outre-mer“, also die französischen Überseegebiete. Dabei handelt es sich vor allem um ehemaligen Kolonialbesitz, meist sind es Inseln. Manche von Ihnen nutzen sogar den Euro als Währung, auch wenn sie nicht zur Europäischen Union gehören.

Französisch ist nicht Französisch

Als Folge der Kolonialzeit hat sich das Französische in einigen ehemaligen Kolonien noch immer als Sprache erhalten, aber mit den Jahren – auch durch die Einflüsse lokaler Sprachen – verändert. Doch auch innerhalb Europas haben sich unterschiedliche französische Sprachen oder Varietäten etabliert: neben dem Französischen in Frankreich auch das Schweizer Französisch und das belgische Französisch.

Dabei gibt es vor allem drei Wege, auf denen sich andere Sprachen „Zugang“ ins Französische verschaffen können:

Je länger zwei Sprachen nebeneinander existieren, umso stärker ist die gegenseitige Beeinflussung. Dabei ist die (mündliche) Umgangssprache meist zuerst „betroffen“, erst später schlägt sich die Veränderung auch in der Schriftsprache oder Sprachlehrwerken nieder.

Diesen Sprachkontakt gab es nicht nur in Europa: Vor allem das Quebecer Französisch in Kanada ist vielen ein Begriff, doch auch in Afrika und der Karibik haben sich eigene französische Varietäten herausgebildet, die von Sprechern des Standardfranzösischen nicht beherrscht – und teils nicht einmal verstanden – werden.

Die frankophonen Kanadier sprechen nicht nur das bekannte Quebecer Französisch, sondern in einigen Regionen auch neufundländisches oder akadisches Französisch. Die französischen Siedler, die sich in Kanada niedergelassen haben, kamen vor allem aus dem Norden des Landes und so sind die kanadischen Varietäten noch immer z. B. vom Bretonischen beeinflusst. Auch viele in Frankreich als antiquiert geltende Begriffe haben sich erhalten. Dazu kommt der enge Kontakt zum Englischen in anderen Teilen Kanadas und den USA, der nicht nur zu lexikalischen Besonderheiten geführt hat.

Sprache bewahren

Doch Sprachveränderung ist beim Französischen nicht immer gewünscht. Viele Anglizismen, die wir beispielsweise im Deutschen nutzen, kennt das Französische nicht. Stattdessen werden häufig eigene, eben französische, Begriffe genutzt. Vor allem verantwortlich dafür ist die Académie française, die sich die „Vereinheitlichung und Pflege der französischen Sprache“ auf die Fahnen geschrieben hat, damit sie sowohl für geistes- als auch für naturwissenschaftliche Arbeiten genutzt werden kann:

“La principale fonction de l’Académie sera de travailler, avec tout le soin et toute la diligence possibles, à donner des règles certaines à notre langue et à la rendre pure, éloquente et capable de traiter les arts et les sciences.”
(Quelle: Académie française: Les missions)

Auch in anderen französischsprachigen Regionen gibt es Akademien, die sich mit der Sprachpflege befassen und Regeln festsetzen, an die Sprecher sich halten sollen. Sprache ist jedoch immer äußeren Einflüssen ausgesetzt und entwickelt sich weiter. Gerade in Afrika gibt es keine normierende Akademie oder Gesellschaft.

Sprachenvielfalt: Französische Dialekte

Und selbst innerhalb Frankreichs sprechen nicht alle Franzosen gleich. Das Land kennt zahlreiche Regionalsprachen, die akzeptiert werden, auch wenn die französische Sprache die einzige offizielle Landessprache ist. Nicht alle Varietäten sind dabei romanische Sprachen wie das Französische: das Bretonische beispielsweise ist eine keltische Sprache und die meisten elsässische Dialekte gehören zur germanischen Sprachfamilie.

Teils werden diese nicht-standardsprachlichen Varietäten sogar an Schulen gelehrt, als Muttersprache sprechen sie aber nur noch wenige Menschen. Hier hat sich das Französische durchgesetzt.

Ins Französische übersetzen

Eine Französischübersetzung geht zuerst immer von einer Übersetzung ins Standardfranzösische Frankreichs aus. Ist eine Deutsch-Französisch-Übersetzung in eine andere französische Varietät gewünscht, sollte das bei der Auftragsvergabe darum explizit erwähnt werden. Zwar wird das Standardfranzösisch in allen französischsprachigen Regionen mehr oder weniger verstanden, authentisch wirkt ein Text dann aber nicht.

Wer sich mit seinen Dokumenten an ein Publikum in Belgien, der Schweiz oder Kanada richtet, kann dies bei der Angebotskalkulation hier auf Leginda direkt angeben.

Quellen:

Académie française: Les missions, unter http://www.academie-française.fr/linstitution/les-missions

Francophonie.org: Qui parle français dans le monde?, unter http://observatoire.francophonie.org/qui-parle-francais-dans-le-monde/

 

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