Untertitelung

Untertitel werden als Übersetzung und gleichzeitige Kürzung des Filmdialogs synchron zur gezeigten Sequenz auf dem Bildschirm eingeblendet. Die Herausforderung besteht darin, einen bereits schriftlich vorliegenden Text in einer anderen Sprache auf ein vorgegebenes Maß zu kürzen und dabei optische (Fernsehbild) und akustische (Musik, Geräusche) Ausdrucksformen mit zu berücksichtigen.

Ein Untertitel darf höchstens aus 2 Zeilen mit 36-38 Zeichen bestehen und wird 2-6 Sekunden lang während des Films eingeblendet. Das menschliche Auge benötigt 1/4 – 1/6 Sekunde, um die Einblendung wahrzunehmen, was also dem zeitlichen Abstand zwischen den einzelnen Untertiteln entsprechen muss.

Der Übersetzer erhält von seinem Auftraggeber für gewöhnlich eine Kopie des Filmmaterials sowie möglicherweise ein Skript mit den Dialogen in der Ausgangssprache. Ein Computerprogramm für Untertitel zeigt ihm außerdem die maximale Länge eines Untertitels an. Die fertige Übersetzung wird schließlich von einem Untertitler in den Schriftgenerator eingelesen und optisch gestaltet. Er kümmert sich außerdem um die Zeitkodierung (siehe oben).

Die sprachlichen Anweisungen für den Übersetzer bestehen in diesem Fall darin, eine möglichst klare Sprache, eine einfache Satzstellung sowie kurze Sätze zu verwenden. Außerdem sollte jeder Untertitel eine syntaktische Einheit bilden, d. h. ein Satz sollte bspw. nicht über zwei Untertitel verteilt werden. Dabei gibt es folgende Tricks: Der Übersetzer kann Dialogteile, die nicht zum Verständnis erforderlich sind, sowie redundante Wiederholungen und Füllwörter (wie z. B. well, you know) weglassen. Kurze Dialoge sollte er zu größeren Sinneinheiten zusammenfassen und kompliziertere Satzstellungen und Vokabular vereinfachen.

Quelle:

Snell-Hornby, Mary; Hönig, Hans G.; Kußmaul, Paul; Schmitt, Peter A., (2005), Handbuch Translation, Tübingen, Stauffenburg Verlag Brigitte Narr GmbH

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.