Ursprung der deutschen Sprache

Die Zeit, aus der es noch keine Sprachnachweise aus schriftlichen Quellen gibt, wird als Vorgeschichte bezeichnet (vgl. Schmidt, 2007:23). Hierzu zählt das Indogermanische, eine Gruppe von (ehemals) flektierenden Sprachen, die schätzungsweise seit der Jungsteinzeit (5000 vor Christus) zwischen Indien und Europa gesprochen wurden.

Diese sind durch lexikalische und grammatische Gemeinsamkeiten miteinander verwandt, weshalb man von einer gemeinsamen Grundlage dieser Sprachen ausging (23ff.). Laut dieser Theorie hätten sich durch Differenzierung verschiedene Sprachen entwickelt. Allerdings geht man in neuerer Zeit nicht mehr von einer Ursprache aus, sondern von einem „Prozess der Integration ursprünglich verschiedener Sprachen“ (Schmidt, 2007:38).

2000 vor Christus wanderten im heutigen Dänemark Indoeuropäer ein. Deren Sprache und die der dort lebenden Megalithgräber bildeten wahrscheinlich das Germanische (50). Durch die Auswanderung germanischer Stämme, was als „Völkerwanderung“ bezeichnet wird, teilte sich das Germanische in die drei Dialektgruppen Nordgermanisch, Westgermanisch und Ostgermanisch auf. Im Westgermanischen unterschied man des Weiteren Nordseegermanisch und Binnengermanisch. Binnengermanisch, das sich wiederum in Weser-Rhein-Germanisch und Elb-Germanisch unterteilen ließ, beinhaltet die frühen Dialekte, welche die Vorgänger des Althochdeutschen sind. Nordseegermanisch umfasst die Vorläuferdialekte von Altenglisch, Altfriesisch und Altsächsisch. Die Teilung in die Ursprünge der deutschen und der englischen Sprache wird auf ungefähr 500 nach Christus datiert (vgl. Schmidt, 2007:62 undBerndt, 1982:31).

Quellen:

Berndt, Rolf (1982), A History of the English Language,
Leipzig: VEB Verlag Enzyklopädie

Schmidt, Wilhelm (2007), Geschichte
der deutschen Sprache. Ein Lehrbuch für das germanistische Studium
,
Stuttgart: Hirzel Verlag

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