Muttersprachenprinzip: Warum übersetzt man (besser) in die Muttersprache?

In unserer Muttersprache können wir uns am besten ausdrücken – kein Wunder also, dass auch beim Übersetzen die Sprachrichtung eine wichtige Rolle spielt, also ob in die oder aus der Muttersprache übersetzt wird. Neben dem „Ziellandprinzip“ gehört auch das „Muttersprachenprinzip“ zu einem der Qualitätsmerkmale der Übersetzungen bei Leginda.

Aber warum ist es wichtig, die Muttersprache bei Übersetzungen zu berücksichtigen?

Mehr als Sprachkompetenz

Damit eine Übersetzung gut wird und die gewünschten Ziele des Kunden erreicht, sollte sie vom Leser nicht als Übersetzung erkannt werden, sondern als eigenständiger Text funktionieren. Unübliche Ausdrücke oder Formulierungen können den Lesefluss stören, den Leser stutzen lassen, auch wenn sie formal korrekt sind.

Ob eine Übersetzung sprachlich, fachlich und kulturell adäquat ist, kann am besten ein Muttersprachler entscheiden. Daher ist es schon bei der Übersetzung ratsam, einen Muttersprachler mit der Übertragung des Textes zu betrauen. Auch beim Übersetzungsservice der EU wird auf das Muttersprachenprinzip vertraut.

Vorteile bei der Übersetzung in die Muttersprache

Wer in die eigene Muttersprache übersetzt, arbeitet in der Regel schneller, weil die Sicherheit bei Formulierungen stärker gegeben ist. Kulturelle Aspekte werden intuitiv berücksichtigt und können so in eine gute Übersetzung einfließen.

Während sich ein Nicht-Muttersprachler auch bei hervorragenden Sprachkenntnissen manchmal fragt: „Kann man das so sagen?“,  kennt ein geschulter Muttersprachler die Antwort sofort. Auch bei grammatikalisch komplizierten Sätzen tut sich ein Muttersprachler leichter. Er weiß, wo er besser unterbrechen sollte, die Gedanken neu ordnet.

Kritik am Muttersprachenprinzip

Doch manche Textsorten erfordern neben hervorragenden Sprachkenntnissen auch umfassende Fachkenntnisse. Sind diese in hohem Maße vorhanden, könne das trotz einer anderen Muttersprache zu einer sehr guten Übersetzung führen, so Kritiker des Muttersprachenprinzips. Je weniger die einzelnen Nuancen der Zielsprache beherrscht werden müssen, desto eher lasse sich ein Text auch von einem Nicht-Muttersprachler übersetzen.

Entscheidend für eine gute Übersetzung ist auch das bereits oben genannte Ziellandprinzip. Es besagt, dass der Übersetzer auch in dem Land leben soll, in dessen Sprache er übersetzt. Das führt dazu, dass die Sprache nicht nur beherrscht, sondern auch angewandt wird. Wer eine Sprache lange nicht gesprochen hat weiß, dass die Fähigkeit zur Kommunikation abnimmt. Veraltete Sprachkenntnisse schlagen sich auch in Übersetzungen nieder und können dem Leser negativ auffallen.

In jedem Fall muss der Übersetzer – egal ob Muttersprachler oder nicht – über eine entsprechende Ausbildung oder äquivalente Erfahrungen sowie sehr gute Sprachkenntnisse verfügen, die durch das Leben im Zielland stetig „aktualisiert“ werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.