So setzt sich der Preis für eine Übersetzung zusammen

Wie viel eine Übersetzung kostet, kosten sollte oder kosten darf, hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Für Übersetzungen gibt es keine unverbindliche Preisempfehlung und keine Preislisten. Jeder Übersetzer ist bei der Preisgestaltung frei, allerdings bestimmen auch Angebot und Nachfrage den Markt. Für Auftraggeber kann es darum mitunter schwierig sein, die angegebenen Preise richtig einzuschätzen. Wir beschäftigen uns also mit der Frage: Wie setzt sich der Preis für eine Übersetzung zusammen?

Genau wie auch in anderen Branchen gilt, dass gute Qualität nicht den teuersten Preis haben muss. Sehr günstige Angebote haben aber oft einen Haken. Möglicherweise werden Qualitätsstandards nicht eingehalten oder der Übersetzer ist nicht (ausreichend) qualifiziert, um eine gute Übersetzung anzufertigen.

Was steckt in einer Übersetzung?

Um besser verstehen zu können, warum der Preis bei einigen Übersetzern höher und bei anderen niedriger ist, stellen wir Ihnen die wichtigsten Komponenten bei der Übersetzung vor.

Vor der eigentlichen Übersetzung stehen die Planung und die Sichtung des zu übersetzenden Dokuments. Manche Übersetzer starten mit Notizen, andere übersetzen bereits grob, um später die Feinheiten herauszuarbeiten.  Kommen im Text Fachbegriffe vor, müssen diese recherchiert oder mit dem zur Verfügung gestellten Glossar des Kunden abgeglichen werden. Je nachdem, in welchem Dateiformat der Ausgangstext zur Verfügung gestellt wurde, muss der Übersetzer auch eine editierbare Datei erstellen, das bedeutet Mehraufwand.

Teils gibt es bei der Übersetzung auch Rückfragen an den Kunden. Steht die Übersetzung, folgt das Korrekturlesen durch den Übersetzer selbst. Dazu gehört auch ein kritischer Vergleich des Ausgangstextes mit der Übersetzung. Im Anschluss kann – je nach Kundenwunsch und Vereinbarung – auch ein Korrektorat oder Lektorat durch einen weiteren Übersetzer stattfinden.

Bei manchen Übersetzern sind Planung und Rechercheaufwand nicht im Übersetzungspreis enthalten. Hier wird dann zusätzlich eine Grundgebühr oder Bearbeitungspauschale berechnet.

Wie viel kostet eine Übersetzung?

Aus den zahlreichen unterschiedlichen Arbeitsschritten muss der Übersetzer einen Preis kalkulieren. Dabei gibt es vier Möglichkeiten, nach denen berechnet wird.

Vergütungsmodelle beim Übersetzen

  • Abrechnung pro Wort
  • Abrechnung pro Normzeile (50-55 Zeichen)
  • Abrechnung pro Seite (30 Normzeilen)
  • Abrechnung pro Stunde

Meist wird bei der Abrechnung der Zieltext, also die Übersetzung, zugrunde gelegt. Je nach Vereinbarung kann der Preis aber auch vom Ausgangstext aus berechnet werden.

Die Abrechnung pro Wort ist bei Übersetzungen ins Deutsche eher unüblich, da sich die Wortzahl durch die Vielzahl an zusammengesetzten Wörtern im Deutschen oft stark von der Ausgangssprache unterscheidet. Die Abrechnung pro Seite wird meist bei längeren Texten oder für Literatur- und Sachbuchübersetzungen genutzt. Die Vergütung nach Arbeitsstunden ist dagegen eher bei besonderen Leistungen (Formatierung, Lektorat, etc.) üblich.

Zusätzlich ist bei der Preisgestaltung wichtig, wie viel Erfahrung und welche Qualifikation der Übersetzer hat. Außerdem, ob es sich um einen Fachtext handelt, bei dem besondere Kenntnisse nötig sind. Außerdem ist die Sprachkombination ein wichtiger Faktor für den Preis.

Darüber, wie viel eine Übersetzung kostet, kann trotzdem keine pauschale Auskunft gegeben werden. Jeder Übersetzer bestimmt seinen Preis selbst – so kann die Normzeile zwischen 0,50 Euro und 4,00 Euro kosten.

Mehrkosten & Rabatte

Für die Preisgestaltung bei Übersetzungen ist außerdem wichtig, welche Zusatzleistungen gewünscht sind – und ob der Übersetzer Rabatte vergeben kann und möchte.

Rabatte sind häufig dann möglich, wenn der Übersetzer eine Form der Arbeitserleichterung in Anspruch nehmen kann. Dazu gehören eine Neuronale Maschinelle Übersetzung, aber auch Wiederholungen im Text oder durch vorherige Aufträge (Translation Memory), also eine Art Treuerabatt. Manche Übersetzer und Agenturen gewähren auch einen Nachlass für Neukunden.

Teurer wird eine Übersetzung beispielsweise durch eine Beglaubigung. Auch wenn der Kunde eine PDF-Datei schickt, erhöht sich dadurch der Arbeitsaufwand für den Übersetzer. Zusätzliche Leistungen wie Korrektorat, Lektorat oder die Bereitstellung von Druckdateien (DTP-Service) verursachen darüber hinaus Mehrkosten.

Nicht zuletzt ist auch der Zeitfaktor entscheidend: Beauftragen Sie eine Übersetzung rechtzeitig, fallen keine Expresszuschläge an.

Festpreis oder variabler Preis für eine Übersetzung

Bei manchen Übersetzern bekommen Sie vor der Beauftragung eine Kostenschätzung. Der tatsächliche Preis kann davon dann abweichen, teils gibt es hier sogar massive Unterschiede. Werden deutliche Preissteigerungen erwartet, sollte der Übersetzer den Kunden immer rechtzeitig informieren.

Angenehmer ist es für den Auftraggeber, wenn ein Festpreis vereinbart wird. Dafür ist es nötig, dass der Übersetzer das zu übersetzende Dokument vorab erhält, um davon ausgehend einen Preis festzulegen. Bei Leginda können Sie dafür nach dem Login den schnellen und verlässlichen Online-Preiskalkulator nutzen. Der hier angezeigte Festpreis ist bei Beauftragung verbindlich, hier fallen keine weiteren Kosten an.

Gerade in der Übersetzungsbranche ist es wichtig, Preise zu vergleichen. Achten Sie aber auch immer darauf, welche Leistungen im Preis enthalten sind und welche Qualifikation der Übersetzer mitbringt. Studenten und Berufsanfänger übersetzen in der Regel günstiger als etablierte Übersetzer, haben aber auch weniger Erfahrung. Gute Übersetzungen müssen trotzdem nicht teuer sein. Wichtig ist, dass Sie bei der Beauftragung ein gutes Gefühl haben.

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