Die kleinen Unbekannten: Übersetzen in Klein- und Mikrosprachen

Einen guten Englischübersetzer für das eigene Projekt zu finden, kann – je nach fachlicher Ausrichtung – gefühlt ein anspruchsvolles Unterfangen sein. Durch die guten Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten bei großen Sprachen wie dem Englischen und vergleichsweise vielen qualifizierten Übersetzern ist die Suche oft schnell von Erfolg gekrönt.

Doch was, wenn die Ausgangs- oder Zielsprache der Übersetzung keine „große“ oder bekannte Sprache, sondern eine ist, die nur von wenigen Menschen gesprochen wird, also es sich um sogenannte Klein- und Mikosprachen handelt?

Was sind Klein- und Mikrosprachen?

Kleinsprachen sind Sprachen, die von einer eher kleinen Sprechergemeinschaft und oft nur in einem kleinen Gebiet gesprochen werden. Das können auch offizielle Landessprachen sein, denn eine genau festgelegte Grenze für die Anzahl an Sprechern gibt es nicht.

Im Übersetzungsbereich relevant sind darum zwei Fragen: Wie viele Menschen sprechen sowohl die Ausgangs- als auch die Zielsprache meines Dokuments – und wie viele von ihnen sind in der Lage, eine qualitativ hochwertige Übersetzung anzufertigen?

Geregelte Sprach- und Übersetzerausbildung?

Viele große europäische und auch internationale Sprachen können in Deutschland im Rahmen eines Übersetzer- oder Dolmetschstudiengangs studiert oder gelernt werden. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur der Ausbau der sprachlichen Fähigkeiten, sondern vor allem die Sprachmittlung mit unterschiedlichen Techniken und Hilfsmitteln. Auch fachliche Spezialisierungen sind häufig möglich.

Diese Angebote gibt es aber nicht für alle Sprachen – oder besser gesagt: Diese Angebote gibt es für die meisten Sprachen nicht. Gerade Übersetzer für Klein- und Mikrosprachen sind daher oft Quereinsteiger. Das muss nicht schlecht sein, trotzdem ist es wichtig, bestimmte Kriterien zu erfüllen, um eine gute Übersetzung anzufertigen. Denn Übersetzer nennen darf sich in Deutschland fast jeder, ein guter Übersetzer ist er dadurch noch lange nicht.

Praktisch ist es, die Übersetzung über eine Übersetzungsagentur zu bestellen. Die unterschiedlichen Schritte der Qualitätssicherung und die langjährige Erfahrung mit den Übersetzern sorgen dafür, dass Sie sich auf das Ergebnis verlassen können.

Übersetzer mit Problemen

Übersetzer von Kleinsprachen haben jedoch nicht nur das Problem, dass eine klare Ausbildung oft nicht möglich ist, sondern auch Wörterbücher und fachliche Quellen sind oft schwer zu finden. Für das Englische, Spanische oder Französische beispielsweise erscheinen laufend neue Werke zu technischem Vokabular, medizinischen Fachbegriffen oder juristischen Termini. Wer ins Estnische oder Katalanische übersetzt, muss häufig viel stärker selbst recherchieren.

Das ist nicht immer einfach, zeigt aber auch, wie anspruchsvoll der Beruf des Übersetzers wirklich ist. Denn auch gute maschinelle Übersetzungen gibt es bislang vor allem für die „großen“ Sprachen. Als Humanübersetzer ist man (nicht nur) hier ganz weit davon entfernt, durch eine Maschine ersetzt zu werden.

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