Work-Life-Balance in der Selbstständigkeit

Work-Life-Balance ist ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit. Hier einen Ausgleich zu finden ist heutzutage oft schwierig, denn immer öfter ist es so, dass beruflich relevante Themen auch ins Privatleben hineinspielen. Dazu gehören geschäftliche Anrufe nach Feierabend oder Nachrichten per WhatsApp vom Chef genauso wie der Blick in die E-Mails am Sonntag, damit man montags nicht überrascht wird.

Ausgleich bei Arbeit am Computer

Viele Übersetzer arbeiten auf selbstständiger Basis, beispielsweise als Freiberufler für unterschiedliche Kunden und Auftraggeber. Dabei gehört der Computer zu ihren täglichen Arbeitsmitteln, E-Mails werden auch auf das Handy weitergeleitet, um sofort über neue Aufträge oder Anfragen informiert zu sein.

All das sorgt aber dafür, dass unser Stresslevel permanent hoch ist und es schwerfällt, auch mal abzuschalten. Die Arbeit ist für viele Angestellt ständig präsent – noch extremer kann das sein, wenn man selbstständig ist!

Viele selbstständige Übersetzer nehmen jeden Auftrag an, den sie erhalten können, um so für schlechte Zeiten (oder den Urlaub) vorzusorgen. Dabei vergessen sie oft, dass bei Überlastung keine guten Arbeitsergebnisse mehr entstehen, sogar ein Burn-Out kann die Folge sein.

5 Tipps für eine bessere Work-Life-Balance

Jedem helfen andere Dinge, um Freizeit und Arbeitszeit im richtigen Maße im Alltag unterzubringen. Einige Freiberufler haben sich auch genau aus dem Grund für eine Selbstständigkeit entschieden, weil sie in ihrer Arbeit aufgehen und deswegen möglichst viel Zeit damit verbringen möchten.  Andere können zu den „klassischen“ Arbeitszeiten nicht produktiv sein und arbeiten stattdessen vielleicht lieber nachts – in einem regulären Bürojob undenkbar! Wichtig ist es darum auch, sich selbst zu kennen und einschätzen zu können, wie viel Arbeit (wann) noch gut tut.

Feste Arbeits- und Pausenzeiten

Routine schaffen ist ein wichtiger Punkt, um nicht in Stress zu verfallen. Wer es einrichten kann, sollte mit einigermaßen festen Arbeitszeiten beginnen und sich dabei auch regelmäßig kleine Pausen einplanen – die brauchen Körper und Hirn. Manchen Übersetzern hilft es, wenn sie zu einer bestimmten Uhrzeit beginnen oder die E-Mails nur jede Stunde – dann aber bewusst – checken, statt auf jedes „Pling“ zu reagieren.

Arbeitsort nach Feierabend abräumen

Irgendwann ist ein Arbeitstag auch beendet. Im besten Fall gibt es auch hier eine Routine, aber wir wissen alle, dass es gerade bei Freiberuflern auch zu zeitkritischen Aufträgen mit engen Deadlines kommen kann. Trotzdem: Ist der Tag beendet, gehört der Laptop zugeklappt und vom Wohnzimmertisch in eine Ecke gestellt, wo er nicht ständig dazu einlädt, ihn noch einmal aufzuklappen.

Arbeitszeit sollte übrigens auch Arbeitszeit sein und keine Zeit, in der man nebenbei noch eine Serie bei Netflix schaut.

Struktur & Planung

Zur Planung von Arbeit und Freizeit gehört für viele nicht nur eine To-do-Liste für den Tag oder die Woche, sondern oft eine gut strukturierte Monats- oder gar Jahresplanung. Wann möchte ich in den Urlaub fahren (kann also keine Aufträge bearbeiten oder abgeben), wie viele Aufträge schaffe ich zur gleichen Zeit und wann sind meine Deadlines?

Habe ich hier eine gute Übersicht, kann ich Stress umgehen, indem ich Aufgaben rechtzeitig abschließe und genau weiß, wann ich guten Gewissens Aufträge absagen kann, weil ich sie ohnehin nicht bearbeiten könnte.

Auswärts arbeiten

Arbeiten im eigenen Heim, also im Home-Office, ist günstig, schließlich ist die Miete sowieso schon eingeplant. Aber nicht jeder kann sich hier so konzentrieren, wie es für gute Arbeitsergebnisse nötig ist. In vielen Städten gibt es die Möglichkeit, sich in Co-Working-Spaces einzumieten und so einen Arbeitsplatz außerhalb der eigenen vier Wände zu nutzen. So sind die Kosten oft überschaubar und es muss nicht gleich ein ganzes Büro gemietet werden.

Ausgleich finden

Übersetzer arbeiten vor allem mit dem Kopf und sitzen teils stundenlang am Computer. Hier braucht auch das Gehirn mal einen Ausgleich. Dabei helfen kann sportliche Betätigung – es muss nicht direkt ein Waldlauf sein, schon ein Spaziergang (oder zumindest der Weg zur Kaffeemaschine) können dabei helfen, die Akkus wieder aufzuladen. Nicht umsonst heißt es „Mens sana in corpore sano“: In einem gesunden Körper steckt ein gesunder Geist. Dass es sich dabei um eine Verkürzung des eigentlichen Zitats von Juvenal handelt, lassen wir hier einmal beiseite.

Nicht die meisten Aufträge, sondern die richtigen

Eine Spezialisierung auf ein oder mehrere Fachgebiete kann Übersetzern ebenfalls dabei helfen, eine gute Work-Life-Balance zu erzielen. Mit den richtigen Aufträgen und einem Fokus verbessert sich die eigene Arbeitsqualität und somit oft auch die Geschwindigkeit. Das bedeutet, dass in der gleichen Zeit mehr Aufträge bei einer besseren Qualität abgeschlossen werden können – gut für den Auftraggeber und mehr Zeit für das Private.

Zu einer besseren Work-Life-Balance kann auch gehören, bestimmte Aufgaben zu delegieren. Übersetzer kennen sich ohnehin damit aus, mit anderen Freiberuflern zusammenzuarbeiten – das beginnt oft schon beim Lektorat. In stressigen Zeiten lohnt sich so auch die Abgabe bestimmter Aufgaben an vertrauenswürdige Kollegen – oder das Delegieren des Abendessens an den Lieferdienst.

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