Website-Icon LEGINDA

Dolmetschen & Übersetzen im Gesundheitswesen

Übersetzen im Gesundheitswesen Beitrag

Medizinisches oder pharmazeutisches Fachwissen mit Sprache verknüpfen funktioniert hervorragend, denn wie auch andere Arbeitsbereiche ist der Gesundheitssektor sehr international und erfordert häufig Spezialisten, die medizinische Fachübersetzungen anfertigen können. In diesem Blogartikel beschäftigen wir uns unter anderem damit, welche Arbeitsbereiche und Gefahren es beim Dolmetschen und Übersetzen im Gesundheitswesen gibt.

Je nach Fachbereich und Zielgruppe werden an den Übersetzer unterschiedliche Anforderungen gestellt. Eine rein medizinische oder ausschließlich sprachliche „Vorgeschichte“ wäre darum kontraproduktiv, optimal ist eine gesunde Mischung aus beidem.

Medizinisches Grund- und Fachwissen

Wer als Sprachmittler im Gesundheitsbereich arbeiten möchte, benötigt neben hervorragenden Sprachkenntnissen in Ausgangs- und Zielsprache auch medizinische Kenntnisse. Meist ist bereits eine medizinische oder pharmazeutische Vorbildung vorhanden, die Übersetzertätigkeit wird in vielen Fällen erst später aufgenommen. Doch auch in Übersetzerstudiengängen und entsprechenden Ausbildungen können Schwerpunkte gesetzt werden, sodass eine Fokussierung auf den Gesundheitssektor möglich ist.

Wichtig sind vor allem das Verständnis für die Prozesse im jeweiligen Bereich, z. B. Medizintechnik oder Pharmazie, um präzise und fachlich versiert übersetzen zu können. Zusätzlich sollten medizinische Fachübersetzungen nicht nur von Spezialisten durchgeführt, sondern auch von solchen geprüft werden. Wer eine Fachübersetzung online bucht, sollte darum darauf achten, dass entsprechend geschulte Übersetzer eingesetzt werden und ein Lektorat stattfindet.

Arbeitsbereiche für medizinische Fachübersetzer

Je nach Vorkenntnissen oder Interessen ergeben sich für Übersetzer im Gesundheitsbereich zahlreiche unterschiedliche Arbeitsfelder, die jeweils andere Kompetenzen erfordern. Für viele Arbeitsbereiche gibt es auch spezielle Fachwörterbücher oder Terminologielisten, die bei der Arbeit helfen.

Arbeitsbereiche für medizinische Fachübersetzer:

Auch eine Arbeit als Dolmetscher im Gesundheitswesen ist möglich. Hierbei geht es besonders darum, die Risiken von Laiendolmetschern zu minimieren und für eine erfolgreiche Kommunikation zwischen Behandlungspersonal und Patient zu sorgen.

Warum Laiendolmetscher im Krankenhaus gefährlich sind

Wer im Ausland medizinisch behandelt werden muss und keine ausreichenden Sprachkenntnisse besitzt, fühlt sich dabei oft unsicher. Dem Arzt nicht sagen zu können, wo die Probleme liegen und – schlimmer noch – seine Rückfragen und Diagnosen nicht verstehen zu können, sorgt schnell für Panik. Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Patienten, die das Behandlungspersonal in Kliniken und Krankenhäusern nicht verstehen können. Hier können Dolmetscher helfen, die Kommunikation zu verbessern zwischen Patienten, medizinischem Fachpersonal und auch den Angehörigen zu vermitteln.

Ohne ausreichende Sprachkenntnisse ist die Behandlung beim Arzt oder im Krankenhaus nicht einfach. Statt eines ausgebildeten Dolmetschers vertrauen viele Menschen aus Kostengründen oder aus Bequemlichkeit auf Freunde oder Familienangehörige, die sprachlich versiert sind – oder wirken.

Kompetenzen professioneller Dolmetscher

Laiendolmetscher verfügen aber weder über die nötige Dolmetschausbildung noch über das entsprechende Fachvokabular. Professionelle Dolmetscher arbeiten transparent und unparteiisch, außerdem sind ihnen kulturelle Unterschiede sehr bewusst, sodass sie sowohl auf das Klinikpersonal als auch auf den Patienten eingehen können. Durch die Erfahrung im medizinischen Bereich kennen sie zudem das Fachvokabular in beiden Sprachen, aber auch die Laienausdrücke dafür und können so zwischen Arzt und Patient vermitteln. Da sie emotional weniger involviert sind als Angehörige, können ausgebildete Dolmetscher sich auf die behandlungsrelevanten Informationen konzentrieren. Gute Dolmetscher greifen nicht ungefragt in Gespräche ein und sind verschwiegen, sodass sie den Behandlungsablauf beim Arzt oder Therapeuten nicht stören, sondern unterstützen.

Wichtig ist zudem die Haftung, denn ein Dolmetscher verfügt über eine Berufshaftpflichtversicherung; Dolmetschfehler bei Laien hingegen können schwerwiegende gesundheitliche und finanzielle Konsequenzen haben.

Einige Kliniken arbeiten mittlerweile mit einer Art hausinternem Dolmetscherdienst. Hier wird mehrsprachiges Klinikpersonal entsprechend geschult und ausgebildet – einen langjährig tätigen, professionellen Dolmetscher können sie trotzdem nur behelfsmäßig ersetzen.

ICD-Codes erkennen und übersetzen

Die WHO teilt Krankheiten und Zustände in Codes ein, den ICD-10-Code (“International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems“). Jede Buchstaben-Zahlen-Kombination steht so für eine Krankheit oder Störung und kann so eindeutig identifiziert werden. J-10 ist beispielsweise die Gruppe, in der Codes für Grippeerkrankungen eingeteilt werden.

Mit den entsprechenden Kenntnissen können beispielsweise Befunde übersetzt werden, denn diese Codes werden auch auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen genutzt. Medizinische Fachübersetzer müssen also wissen, wo sie die entsprechenden Fachbegriffe finden, denn eine „eigene, freie“ Übersetzung (wie häufig von Laien durchgeführt) ist gerade im Medizinsektor zu ungenau und risikoreich.

Übersetzen im Gesundheitswesen: Medizinische Fachübersetzung beauftragen

Da es im medizinischen und pharmazeutischen Bereich zahlreiche Arbeitsfelder für Übersetzer gibt, haben die meisten Sprachmittler einen Schwerpunkt, in dem sie arbeiten. Für Fachübersetzungen eignet sich darum die Anfrage bei einer Übersetzungsagentur, da hier durch langjährige Erfahrung und gute Kontakte unterschiedliche Textsorten und Sprachen abgedeckt werden.

Je nach Anforderung übernehmen Agenturen auch zusätzliche Aufgaben, wie für Druck und Publikation nötig. So können Sie sich auf Ihre Kompetenzen konzentrieren und sichergehen, dass die Übersetzung Ihrer Unterlagen in guten Händen ist.

 

Quellen:

BDÜ: Dolmetschen im Gesundheitswesen, https://www.bdue.de/fileadmin/files/PDF/Publikationen/BDUe_Gesundheitswesen.pdf

Die mobile Version verlassen